Samstag, 21. November 2015
Mir gehts erstaunlich gut nach dem Zusammenbruch gestern.
Keine Heulattacken. Am Morgen war ich eher so wie durch Watte, etwas abwesend. Jetzt gehts eigl schon wieder richtig normal- nur zu sehr an Schule sollte ich nicht denken.
Zwei Texte für Englisch geschrieben, da fehlt jetzt noch einer, der angefangen wurde und bei dem ich nicht wirklich weiterkomme. Den gesamten Vorabi-Geschichtsstoff auf zwei doppelseitig eng beschriebene megagroße Karteikarten gequetscht- kann ja eh nichts lernen. Die zehn Daten die man halt braucht, werd ich morgen irgendwie lernen. Den Rest weiß ich nach zwanzigmaligem Durchlesen auch. Ist nur irgendwie ein komisches Gefühl, dieses doch ziemlich große Thema von 1941 bis 1955 auf so wenig Worte reduziert zu haben. Und ich hab nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt.
Mein Geheimtyp gegen Heulattacken ist übrigens Sudoku. Da muss man sich schließlich auf etwas ganz anderes konzentrieren. Funktioniert aber nur solange man am rätseln ist...
Von Papa die Bestätigung bekommen, dass man das amerikan English der NCIS Serie wirklich nicht verstehen kann. Nur Ducky geht, sofern er nicht über Medizinkrams redet: Der kommt aus England ;) Papa hat mich gestern auch aufgeregt. Als ob er ignorieren würde, dass es mir schlecht geht. Auch heute morgen, schaut noch nichtmal zu mir rein. Aber heute Nachmittag kam er mit Schokolade und so an, von wegen "Gute-Laune-Macher". Da hab ich ihm dann doch verziehen ;)
Apropos heute morgen: In der Schule war ich heute nicht. Hab beschlossen mir das nicht geben zu müssen, so nach gestern. Vor allem, weil ich DSP hatte. Und wirklich keine Lust auf sinnloses Rumgehampel. Und Deutsch. Deutsch ist langweilig. Also, eh nichts verpasst. Wenn ich nicht in der Schule bin, werd ich auch richtig produktiv, wie oben beschrieben. Wenn ich hingegen Schule habe, bin ich danach so demotiviert und fertig, dass ich zur Kompensation erstmal kein Schulzeugs mache. Dafür eher so Serien suchten. Ähmja :D Und wenn ich das ganze Zeug nicht mache, dann staut sich das auf, so wie jetzt gerade. Und dann gehts mir nicht schlechter und ich kann nix mehr lernen und auch sonst nichts für die Schule machen. Und daruch bekomm ich ja auch nicht abgeabeitet, aber die Zeit läuft mir weg, und dadurch hab ich noch mehr Stress und kann erstrecht nichts Lernen. Teufelskreislauf.
Heute also mal Schule "geskipped" und den Vormittag produktiv genutzt. Und nachdem die Barierre endlich mal weg war, ging es den ganzen Tag ganz gut. Zum Glück! Zwei Punkte von drei Schulpunkten und fünf Punkten insgesamt angefangen- könnte schlimmer sein ;)
Ich bin echt froh, dass das heute so ganz gut gelaufen ist. Sonst hätt ich irgendwann echt Panik vor der Vorabiklausur am Montag bekommen- in Geschichte hab ich ja hohe Erwartungen :D Hachja. Und ich bin echt froh, dass ich das so schnell aus dem Loch rausgeschafft habe. Gibt Hoffnung.
Ich hab grad voll Bock auf Chips, aber es ist schon so spät :o Wenn ich Chips esse muss ich auch noch Fernsehen (hachja, blöde Verkoppelung :D), und dann bin ich echt erst spät im Bett :D Egal? Mal überlegen. Mal schauen ob ich was gutes zum gucken finde :D

Morgen den ganzen Tag zu Hause. Hoffentlich kein Einbruch. Ich könnte mal wieder fotografieren gehen, vllt schaffe ich das ja. Und Mama nach ihrer Operation im Krankenhaus besuchen gehen, das sowieso. Übermorgen früh bei einem "Willkommensfest" für Flüchtlinge. Wenns sowas schon in meiner Stadt gibt, kann ich da ja auch mal hin. Und nachmittags zum Redaktionstreffen. Wobei der Schlüsselmann nicht da ist? Alles besser als einen freien Tag vor dem Vorabi. Ist schon besser so, wenn ich morgen alles kann und Sonntag nada mache. Führt sonst nur zu Stress und Heulen. Soweit, dass zu wissen, bin ich ja schon :D

Blue :)


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Donnerstag, 19. November 2015
Es tut mir Leid.
Es tut mir Leid, dass ich nicht so bin, wie Sie mich gerne hätten.
Es tut mir Leid, dass ich nicht so bin, wie das System es verlangt.
"Ich kann für dich ja keine Ausnahme machen und deine müdliche Note nicht zählen", sagen Sie. Habe ich je darum gebeten? Was ich wollte war Gerechtigkeit und eine faire Chance. Was ich wollte war Respekt statt Zwang. Was ich wollte, war ein "Wir kriegen das schon hin" und kein "Kann ich ja auch nichts tun, wenn du nichts sagst".
Es tut mir Leid, dass ich mich nicht geändert habe. Trotz acht Jahre Gymnasium. Es tut mir Leid, dass Sie, liebe Lehrer, mir jedes Jahr die selbe Standpauke halten müssen, weil ich es ja schon wieder nicht geschafft habe, etwas zu verändern. Es tut mir Leid, wenn Sie sich mehr von mir erhofft haben.
Es tut mir Leid, dass ich mich nicht ändern kann. Nicht Ihretwegen, vor allem meinetwegen. Es tut mir Leid, dass alle Versuche fehlgeschlagen oder ignoriert wurden. Es tut mir Leid, wenn ich Ihnen nicht passe.
Introvertiertheit ist ein Makel. Nur nur so ein kleines, sondern ein bis-zu-70%-meiner-Note- Makel. Wie ein Auto, dass nur bei jedem vierten Versuch anspringt, oder eine Rettungsweste, die nur manchmal funktioniert. Introvertiertheit muss bestraft werden. Mit schlechten Noten. Mit schlechter Laune. Mit Gefühlslosigkeit. Es tut mir Leid, dass ich mich nicht ändern kann. Egal wie oft Sie mir sagen werden, ich soll mich beteiligen, es wird sich nichts ändern. Sparen Sie sich die Worte. Dass ist, als wenn Sie jemandem sagen, er soll Vektorenrechnen, der nicht weiß, was Vektoren sind. Dass ist so, als würde jemand einen Dialog auf einer ihm unbekannten Sprache halten sollen. Dass ist so, als verlangten Sie von einem Analphabeten einen gut strukturierten Aussatz zu schreiben.
Es tut mir Leid, dass ich das nicht kann. Das mit der Kommunikation. Es tut mir Leid, dass ich nicht aus dem Stehgreif mal was sagen kann. Es tut mir Leid, dass ich meistens nicht zu sagen habe. Es tut mir Leid, wenn ich nicht gern im Mittel- oder Vordergrund stehe.
Was ich gelernt habe in den letzten acht Jahren? Es gibt nur eine Sache, die zählt: Leistung. pure Leistung. Sie zumindestens achten heute nicht mehr auf soziale Verhaltensweisen. Auf individuelle Fortschritte. Gemessen wird am Klassendurchschnitt. Gut und schlecht. Gemessen wird an den Erwartungen der Lehrer. Ist Ihr Unterricht schlecht, sind unsere Noten schlecht und wir sind schuld. Ist Ihr Unterricht gut, unsere Noten schlecht, ist es auch unsere Schuld. Ist Ihr Unterricht gut und unsere Noten schlecht, ist es unsere Schuld. Ist Ihr Unterricht gut und unsere Noten auch, ist es Ihr Verdienst.
Wissen Sie, was passiert, wenn man immer zu schlecht ist? Wenn man sich stets bemüht, in die Reihen zu passen und doch hervorsticht? Wenn man stets sein Möglichstes tut, und es niemals reicht? Man gibt auf.
"Ist mir egal, dass ich ne Vier in Bio habe. Juckt mich auch nicht mehr.", sagte ich heute zu J., nachdem Sie mir meinen "Leidensstand" verkündet haben. Und J. zuckt mit den Schultern, vielleicht genervt, vielleicht gelangweilt, vielleicht verständnislos oder irritiert: "Was regst du dich dann auf, wenn es dir egal ist."
Glauben Sie nicht, dass mir irgendwas egal ist. Doch wenn ich sage, dass mir es ist, kann ich aufhören mich anzustrengen. Ob ich mich anstrenge oder nicht, ändert schlussendlich nichts, aber ich spare Ressourcen. Ich spare Kraft. Auf die Arbeit gelernt, sichert mir diese Note, dass ich keinen Fehlkurs habe. Und dann? Versagt. Nicht an Ihrem Ziel, oder an Ihrem Maßstab, aber an meinem. Und jetzt? Ist das halt so. Glauben Sie mir nicht, dass es egal ist. Aber ich kann es nicht ändern. Statt meine Kraft aufs versuchen-mich-zu-beteiligen zu verschwenden, benutze ich sie für lange, schlaflos heulende Nächte, für den Ärger und die Wut über das System und über mich. Darüber, dass keiner etwas merkt und mich mal in den Arm nimmt. Und darüber, dass Sie denken, Sie haben Ihren Job getan, wenn Sie mir ein paar Zahlen vor die Nase setzen.
Ich hab seit einer Stunde Schulschluss. Bin fast nicht nach Hause gekommen, Gegenwind, die Sicht verschwamm vor lauter Tränen. Mir ist eiskalt, mir ist schlecht, mein Körper zittert vor Erschöpfung. Meine Augen rot verquollen machen das ganze Gesicht hässlich. Ich meide das Licht. Ich meide Menschen.
Daran, wie es mir geht, sind Sie sicher nicht allein Schuld. Aber es ist das System, dass Sie befolgen, das mich in die Knie zwingt. Mittäterschaft.

[ach, und nur um das nochmal zu ergänzen: ZWEI MAL war ich in Bio da. ZWEI MAL und weil ich mich da nicht gemeldet habe, bin ich jetzt im Viererbereich. Logisch, oder? ]


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Mittwoch, 18. November 2015
Je mehr ich machen muss, desto weniger mach ich wirklich.
Anfangende ich-kann-nicht-mehr Stimmung, anhaltende Überforderung, motivationslosigkeit, Heulkrämpfe. Ich könnte auch gut darauf verzichten...


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