Montag, 8. Oktober 2018
Es gibt Sachen, die wir viel zu selten machen. Fremde Menschen ansprechen z.B., wenn sie sympatisch aussehen. Ich hab vor einer Weile angefangen, fremde Menschen in der Tram anzulächeln. Nicht alle bemerken das. Manche bemerken es und sind irritiert. Manche lächeln zurück.

Heute saß ein Mann in der Tram, der in ein Buch vertieft war. Also, richtig vertieft. Sein Gesicht spiegelte die ganze Konzentration, die er ins Lesen streckte und die ganze Spannung. Als er die Bahn verließ, lief er an mir vorbei und schaute mich an. Ich lächelte ihm zu. Er erwiderte das Lächeln nicht, war ein bissche irritiert. Als er draußen an der Tram am Fenster vorbeilief, schaute er hinein und mich nochmals an. Ich lächelte nochmal, und er erwiderte das Lächeln. Als er an der roten Ampel wartete, schaute er nochmal in Richtung Tram.

Vor ein paar Wochen hab ich mich in einen Typen blitzverliebt (und ich bin ja niemand, der jemanden nach der Nummer fragt oder so. Leider. Denn den seh ich ja vermutlich nie wieder....). Naja, jedenfalls kam der so in den ziemlich vollen bus und fragt die alte Dame vor mir, ob er da am Fensterplatz sitzen kann (die Dame saß außen). Die Dame steht also, recht langsam weil alt, auf und während er wartet , schaut er im Bus herum. Unsere Blicke kreuzen sich, ich lächel ihn an ohne groß drüber nachzudenken, und er lächelt mir mit einer Wucht und Intensität und ohne Zögern zurück. Er setzt sich. Nach einer Minute dreht er seinen Kopf, als würde er sich zu mir umdrehen wollen, lässt es aber doch. Bis die alte Dame etwas später aussteigt. Irgendwann dreht er sich doch zu mir um und wir lächeln uns an. Ich muss zuerst aussteigen. Als ich an der Tür stehe, weiß ich, dass er mich anschaut und drehe mich um. Wir tauschen ein letztes Lächeln.

Ein anderes war ich in einem Cafe und ein Typ mit Hund stand da rum, und redete mich jemandem auf Englisch. Halb wegen dem Hund, halt wegen dem Englisch starrte ich alle Minute abwechselnd auf Hund und Herrchen. Der Typ, ein älterer Herr bemerkte dass, schaute zu mir züber, als beziehe er mich in sein Gespräch mit ein (ich hab nicht wirklich zugehört, denn ich wollze eigentlich lesen). Schließlich kommt er zu mir rüber und stellt mir seinen Hund vor. Irgendwie setzt er sich an den Nebentisch mit seiner Nachbarin und warum auch immer, bezieht er mich jetzt wirklich in deren Gespräch ein. Inzwischen weiß ich, dass er immer Leute kennenlernt.

Alle drei Situationen entstanden aus der Aufmerksamkeit zwischen Leuten. Leute, die sich ihre Umgebung aufmerksam anschauen. Und aus ein wenig 'Mut' (man lächtelt jetzt ja auch nicht immer fremde Menschen an) :D


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Dienstag, 11. September 2018
So, um hier mal zu updaten: Ich habe einen Studienplatz in Krakau gefunden und freue mich sehr, in drei Wochen beginnen zu dürfen! (Naja, eigentlich hab ich auch ne Menge Zweifel, aber die verdränge ich erfolreich).

Heute bin ich in meine neue Wohnung in Krakau eingezogen, wo die Mitbewohnerin schon seit einem Monat lebt. Schön ist es hier. Ein Bett fehlt noch und die Sachen muss ich noch von einem Freund abholen. Aber, das wird alles schon.

Um mal an meinen vorletzten Post anzuknüpfen: Ich hab mich jetzt wirklich entschieden, zerowaste, bwz less waste, also weniger Müll produzierend zu leben. Hat wer Interesse darüber zu von mir zu lesen oder geupdatet zu werden?

Ich hab z.B. eben mich zum ersten Mal mit fester Seife (Körper) und Haarseife (selbsterklärend) gewaschen. Riecht gut (Zitronengras :) ). Jetzt warte ich gerade, bis die Haare trocken sind, da ich mich frage, ob die dann fettig aussehen. Manche Haare brauchen ein wenig Umstellungszeit. Falls meine Haare die brauchen, hoffe ich, genug Durchhaltevermögen zu haben! Da ich gar kein Duschgel mitgenommen habe nach Krakau, ist die Hürde danach zu greifen aber etwas höher...ich müsste es ja erst noch kaufen. Außerdem werd ich jetzt nur noch (100%) aus meiner Thermosflasche trinken, um keine Plastikflaschen zu verbrauchen. Ist sowieso ein praktisches Teil: Im Sommer bleibt das Wasser kalt, im Winter der Tee warm. Ich bin gespannt, was ich in den nächsten Wochen noch alles reduzieren kann!

Habt ne schöne Woche!
Blue


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Dienstag, 15. Mai 2018
Meine Bewerbung ist raus. Es fehlt noch was, dass muss ich nachreichen. Und dann warten. Ich hasse es, zu warten. Besonders hasse ich es, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist: Ob ich den Studienplatz bekomme oder nicht, hängt wohl hauptsächlich von meinem Interview ab. Und das hab ich ja selber in der Hand, das ist kein Zufall oder so.

Whatever. Kennt ihr die No-Waste-Bewegung. Ganz simple geht es darum, keinen Müll zu produzieren. Man denkt, simpel. Geht mal in einen Supermarkt und kauft ohne Plastik ein: quasi unmöglich. Seitdem mir das aufgefallen ist, hab ich voll das schlechte Gewissen beim Einkaufen, weil ich kein Plastik kaufen will, aber es bei vielen Sachen keine andere Möglichkeit gibt. Grr.

Und faul bin ich im Moment, und unmotiviert. Und müde. Eisenmangel hurray.

Also eigentlich ist alles gut, nur dass ich nicht warten will, ich will jetzt schon wissen, ob ich und meine Freunde in Krakau bleiben können. Hach.


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Sonntag, 6. Mai 2018
In spätestens drei Tagen ist meine Bewerbung bei der Uni von Krakau. Ende des Monats habe ich eine Zu- oder Absage. Dazwischen habe ich ein Interview. Danach entscheidet sich, ob ich hier bleibe. Ob ich noch drei Jahre in der wunderschönen Stadt verbringe, die in deinem Land liegt, in der es Demos und Veranstaltungen für die Demokratie, für Frauenrechte, für Rechte und eine unabhängige Justiz allgemein, für den Verbleib in der Europäischen Union gibt/geben muss, da die Regierung rechts ist, und konservativ und nochmal rechts und außerdem ziemlich dumm.

Und ich liebe dieses Land irgendwie trotzdem.


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Montag, 23. April 2018
I'm trying not to think to much. Live easy. Don't let things get you don't, if you cannot change them or if they don't matter. Just don't think about it, about everything to much.
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Ich habe das Gefühl, nie die Balance zu finden. Die Balance zwischen "alleine sein" und "unter Menschen" sein. Erst verbringe ich mehrere Tage alleine, bis ich mich einsam fühle und meine Gedanken sich in eine negative Spirale bewege, ich mich langweile. Also gehe ich unter Menschen. Und geniese es. Die Gespräche, das nicht allein sein, das Sachen unternehmen. Bis es mir zu viel wird. Die Menschen nerven mich, rauben mir die Kraft, ich bin müde, erschöpft, ich will allein sein und vergrabe mich mit meinem Laptop in meinem Bett. Und geniese es. Bis ich wieder zu lange alleine war.
Ist es denn so schwer, die richtige Dosis Menschen und Alleinzeit zu finden, dass mich beides nicht nach einiger Zeit runterzieht??
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Ich bewerbe mich gerade für die Uni hier in Krakau. Würde mich freuen, wenns klappt. Ich fühle mich wohl hier, mag die Stadt und die Menschen. Fühle mich hier zu Hause. Ich komme hier klar mit dem Leben. Vielleicht bleiben ein paar Freunde und Bekannte nach ihrem Freiwilligendienst auch hier.
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Viele Menschen stört es, dass sie hier nur eingeschränkt kommunizieren können, weil sie nicht gut genug polnisch können und die andere Person kein englisch. Ging mir nie so. Vielleicht, weil ich auch in Deutschland nie das Gefühl hatte, mit Menschen kommunizieren zu können und ich Freundschaften über ein Lächeln und eine Umarmung schließe, statt durch Small talk. Außerdem sind mir Menschen generell nicht wichtig, nicht so sehr wie anderen Menschen. Hört sich komisch an, dass so zu schreiben. So fühlt es sich halt für mich an.
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Kennt ihr die "no waste" Bewegung? Die wollen halt kein Müll produzieren. So ein bisschen seinen Müll zu reduzieren finde ich reizvoll. Projekt: Versuchen, so weit wie möglich ohne Plastik einzukaufen. Haben einen riesigen Laden, wo man Obst und Gemüse, aber auch Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte unverpackt bekommt (und dabei auch noch günstiger sind). Brauche also nur noch Stoffbeutel zum verpacken. Seit Januar habe ich mir vorgenommen keine neuen Klamotten einzukaufen und bisher ist es mir gelungen. Habe einige Sachen Second Hand gekauft, Krakau ist voll mit second hand Shops. Wollte heute eigentlich wieder zu meinen zwei Lieblingsläden, aber meine Stimmung ist "ich schaff heute nichts" mäßig negativ eingestellt.
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Versuche heute zumindest einen neuen BH für den Sommer zu kaufen. Den dann doch neu. Große Kaufhäuser machen mich krank. So viel Bling-Bling, so viel Kram, so viel Konsum. Schrecklich. Kotz. Mal abgesehen davon, dass es dort zu laut ist, zu viele Menschen, zu viele Reize.
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Apropos laut. Diese Bauarbeiten gegenüber meines Hauses machen mich verrückt. Morgens um 6:30 fangen die an und so wache ich immer vor meinem Wecker auf. Die Sonne scheint heute nicht. Gestern lag ich in einem Park und habe gelesen, versucht im Schatten zu bleiben und doch einen leichten Sonnenbrand bekommen, der heute durch after-sun creme schon eher braun ist. Dafür hab ich Druckstellen vom harten Boden.
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Ich versuche gerade, Hummus selber zu machen. Drückt mir die Daumen! Bis der fertig ist, werde ich ne Folge Orange is the new black schauen. Mein Vater hat Netflix für einen Monat (also jetzt noch fünf Tage)

Ich hoffe, es geht euch gut! :)


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Dienstag, 13. März 2018
"You don't get to choose if you get hurt in this world...but you do have some say in who hurts you. I like my choices."
John Green- The fault in our stars

Weil es grade so passt. Und ja, ich mag meine wahl, auch wenn es schmerzt.


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Montag, 12. März 2018
"Das schönst am Leben sei, so sagte er einmal zu uns, dass man, gerade wenn man im tiefsten und dunkelnsten Loch zu sitzen glaubt, plötzlich merke, über sich das Universum zu haben und darin Milliarden Sonnen und Planeten. Und dieses Universum habe man in Wahrheit auch in sich, zwischen den Blutkörperchen und in den Gedanken, in jeder seiner Einnerungen. Und das sei der Grund dafür, dass der Mensch immer alles, was bisher passiert sei an dem Ort, an dem er lebe, in sich trage."
Matthias Nawrat- Die vielen Tode unseres Opas Jurek


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Montag, 5. März 2018
"sexy brain" ist wohl das schönste Kompliment, dass ich je bekommn habe.
"I don't have much, so I think people don't find me interesting or as I said, we are weird, you are weird. For me you are unique with all existence, your appearance, your behavior, your life, you are unique for me with everything. And thats makes you weird. That's why I think you are my friend"

Womit habe ich eine so liebe Person verdient?



Montags nicht zu arbeiten is awesome, selbst wenn man dafür Samstags arbeiten muss. Ich habe die WG für mich alleine. Wie schön. (Das wird in Zukunft anders. M. arbeitet immer erst ab Mittag und A. hat auch Montags ihren freien Tag, auch wenn sie ab und an bei ihrem Freund sein wird.)


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Sonntag, 4. März 2018
Es gibt wenige Personen, die mich interessieren. Also, als Person.

Wenn ich mal genauer nachdenke:
- Meine Eltern, weil mich ihre Weltsicht interessiert und ich mit ihnen über Politik und Gesellschaft diskutieren kann. Sie haben ihre Meinung und mehr Wissen als ich, weshalb ich ihnen gerne Fragen stelle. Auch meine Geschwister.
- L., meistens, weil sie ein Quergeist ist und anders denkt, aus gleichem Grund schätze ich J. (die ich vllt einmal im Jahr sehe).
A-. weil sie so ein normaler Mensch ist und ich versuche rauszufinden, was ein normaler Mensch denkt und erlebt. Ich bekomme interessante Einblicke :D
- Meinen Mentor, wenn er über Geschichte und Kunst redet (ich schätze mehr sein Wissen als ihn)
- meine ehemalige Geschichtslehrerin. Auch wenn wir nie ein Gespräch abseits der Schule hatten, es wäre sicher sehr interessant gewesen.
- Menschen von der Jugendpresse, weil das alles Leute sind, die weiterdenken, nachdenken, umdenken.
- und nun Y. weil ich ihn einfach nicht verstehe. Also, ich habe kein Bild von ihm in meinem Kopf. Er ist zu vielschichtig. Das find ich interessant.

Ich habe versucht mich zu erinnern, wie wir uns das erste Mal begegnet sind und es ist mir erst nicht eingefallen. Ich war mir recht sicher, es irgendwo aufgeschrieben zu haben, aber ich habe nichts gefunden. Das erste, was mir an ihm aufgefallen ist, war seine Frisur und seine Brille. Gefiel mir beides sehr gut. Das erste Gespräch, dass wir führten- vermutlich auf der "Kennenlern- und Vorstellparty" am Anfang, aber da bin ich mir nicht sicher- war: "Er: I like your hair." Me: I like yours too. And your glasses" irgendwie sowas. Weiter unterhalten haben wir uns glaube nicht- es war laut und eng und ich habe eh niemanden verstanden. Einige Zeit unterhielt ich mich mit einem Mädel (die Freundin von irgendeinem Mentor oder so), das genauso verloren in der Gegend rumstand wie ich. Ich weiß noch, dass ich mich ziemlich verloren gefühlt habe.

Eine Woche später hat Y. eine der ersten (wenn nicht die erste) "Party" in seiner Wohnung geschmissen. Also, es war eher ein Musikabend mit vielen Leuten als eine Party, was uns beiden sehr recht war. Er saß am anderen Ende des Kreises, in dem wir saßen und spielte eine Art Mini-Piano. Ich sprach nicht viel, beobachtete die Leute, war ein wenig überfordert, weil es zu viele neue Gesichter waren, zu viel Französisch gesprochen wurde, wahrscheinlich war ich auch müde. Es gab Chips, das war ein Pluspunkt.

Y. hat mich heute angeschrieben, scheint, als wäre ihm ein Kontakterhalt nicht unangenehm. Ich wär nicht mal gekränkt, wenn er sich nicht meldet- ich würds verstehen, bei seinem negativen Menschenbild. Mal sehen. Ich wäre so froh, ihn als Freund zu gewinnen und mit ihm über Sachen zu diskutieren. Keine der Menschen hier würde ich bis jetzt als Freund bezeichnen, ich bin mir nicht sicher, ob ich mit irgendjemandem in Kontakt bleiben werde. Mit ihm würde ich gerne in Kontakt bleiben. Mensch, wie kann man nur so eine interessante Persönlichkeit sein UND mich lesen wie ein Buch?!


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Montag, 26. Februar 2018
Ich bin gerade auf meinem zweiten Seminar in Torun. Und voll unmotiviert. Zuvor war ich sehr begeistert, neue Stadt kennen lernen, nicht arbeiten, bisschen chillen. Jetzt bin ich mehr genervt davon, dass ich a) mit Menschen kommunizieren muss und b) dazu noch mit neuen Menschen. Ist das anstregend. Und ich kenn schon genug Leute, wofür muss ich da noch mehr Leute kennenlernen?

Wir sind insgesamt vier deutschsprachige Personen und ich hab mir den Spaß gemacht, die anderen drei am Aussehen zu erraten (und an nonverbalen Verhalten). Und wisst ihr was: Ich hab alle drei erraten.
Da ist die typische 18 jährige Freiwillige, die da ist: mega unsicher, jung, eher ungschminkt, ready for the adventure of her life. Von dem Typ hatte ich beim ersten Seminar gleich drei.
Da ist die typische "korrekte" Freiwillige, die da: alles korrekt nimmt, schon eine mega deutsche (österreichische) Ausstrahlung hat, gerade sitzt und keine Ahnung. Nicht mein Typ Mensch ist (die erste Kategorie auch nicht).
Und da ist der dritte Freiwilligentyp, der da ist: leicht alternativ, offen, ungezwungen. Mit der bin ich auf einem Zimmer.

Mal schauen, wie sich diese ersten Einschätzungen in der Woche noch verändern.

Das (bisher) einig gute an dem Seminar (mal abgesehen von kostenfreiem Essen) ist das Y. dabei ist. Y. ist einfach eine total liebe Person, und ich check ihn einfach nicht. Einerseits hasst er Menschen, ne Busfahrt ist für ihn aus dem Grund schon mega der Stress und er ist halt echt mega gestresst dadurch manchmal. Andererseits geht er damit mega offen um, wie ich es nie könnte, labert mich stundenlang zu, geht auf Leute zu, schließt schnell neue Kontakte, macht Witze (die dafür sorgen, dass alle Blicke auf ihm liegen).
Für mich ist das voll der Gegensatz.
Jedenfalls scheint er meinen Charakter zu verstehen, dass ich nicht so mega socialize und spreche und so und es stört ihn nicht. Und er mag mich- was nicht so selbstverständlich für ihn ist :D
Aber, da wir beide nie auf Parties gehen, sehen wir uns nie. :D

Insgesamt sind 7 der 20 Freiwilligen hier von meiner Organisation, dh. viele neue Namen und Gesichter sind es eigentlich nicht. Aber wir waren zusammen in einer Bar und wenn so viele Menschen zusammen sitzen und reden, weiß ich a) nie auf welches Gespräch ich mich fokussieren soll und b) ist zuhören 'anstrengend' genug, da kann ich nicht auch noch reden. Ach ja. :D

Hoffen wir einfach mal, dass das Essen noch besser wird, dann bin ich ganz zufrieden ;) Dann nehm ich mir die Abende, um Torun bei Nacht zu fotografieren- hab extra mein Stativ mitgenommen, weil die Stadt mega schön vom Wasser aus fotografiert werden kann.

So, ich les jetzt ein bisschen mein Buch. Und dann sehen wir mal, wie die Woche wird.

Ich hoffe, euch geht es gut!

Tag 2:
Ich habe gerade das Bedürfnis, zu schreiben. Hier auf diesem Blog. Selbst wenn es keine liest. Auf diesem Blog kann ich im Gegensatz zu meinem anderen- ehrlich sein. Und ich 'muss' mich nicht um die Form der Texte kümmern. Also, könnte ich natürlich, aber mache ich irgendwie nicht. Was ja auch mal schön ist.

Auf Seminaren fällt mir immer das Gleiche auf: Das ich etwas anders bin als andere Menschen. Also, alle Menschen unterscheiden sich. Aber, 90% der Menschen gehen abends noch gerne mit anderen Menschen etwas trinken. 90% der Menschen reden gerne über die vergangenen EVS-Monate, haben "endlich einmal Zeit, zu reflektieren". Ich bin abends müde- zum einen, weil ich immer müde bin, zum anderen, weil zu viel Reize, zu viel neues mich auslaugen und ein Abend in einer lauten Bar eher anstrengend als entspannend und interessant für mich ist. Über mich rede ich grundsätzlich nicht gerne, weil ich sowas nicht kann. Und, ganz ehrlich: fremde Menschen geht das halt auch einfach absolut nichts an. Und ich bezeichne ziemlich viel als "privat". Und, was neues über mich erfahre ich so (bei den oberflächlichen Fragen und Gesprächen) auch nicht, da ich ja eh permanent und immer nachdenke, reflektiere.

Ich bin trotzdem gerne auf Seminaren. Ich würde sie nur gerne mehr nutzen können, weniger Zeit zum Baterien aufladen brauchen. Tja.

Y. ist einer der wenigen Menschen, die ich nicht durchschaue. Ansonsten hab ich von Menschen schnell ein Bild im Kopf, das meistens stimmt. Bei ihm- ich habe keine Ahnung, was er ist und was Hülle, was Schutzschild. Y. ist gut im Menschen verstehen, auch wenn er Menschen hasst (seine Worte). "Your hands are wet", meinte er heute nach einer 'wir reden über unseren EVS-Session'. "Is it because we made you need to talk?" Mehr kann man es wohl nicht auf den Punkt bringen. Den meisten Menschen fällt sowas nicht auf, sie sind nicht aufmerksam genug oder empatisch genug.

Ich mag Menschen wie Y: Sie bringen mich aus meinem "Schneckenhaus" (in dem ich sehr gerne bin)- einfach, in dem sie ein Gespräch anfangen und Kontakt suchen.

Random fact 1: Die Deutsche auf meinem Zimmer ist mir immer noch sympatisch.
Random fact 2: Ich kann meine Gefühle 'oberflächlich' analysieren und tiefer. So kann ich sagen, dass ich hier zu 95% glücklich bin. Ich kann alles (den EVS/ mich) aber auch aus einer ganz anderen Perspektive betrachten und zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Irgendwie interessant. Worauf man sein Augenmerk legt, so sieht man sich auch selber und so geht es einem auch. Oder nicht?
Random fact 3: der Platz, von dem ich fotografieren will, ist 40 Minuten zu Fuß/ 20 mit Bus vom Hotel entfernt. Ich hasse Vergnügen-Fauheit-Spannungen.
Random fact 4: Vielleicht bin ich nächste Woche für einen Tag bei dem Seminar meiner Organisation von letztem Jahr.
Radim fact 5: Ich habe den random fact, weswegen ich mit den facts angefangen habe, vergessen.


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